Die Physiker
Dauer: -
Donnerstag, 06.02.2020
20.00 Uhr
Kursaal Bad Fallingbostel

Eine Schauspiel in zwei Akten von Friedrich Dürrenmatt
mit Hellena Büttner, Peter Bause, u. a.

Tournee-Theater Thespiskarren

In dem beschaulichen Schweizer Sanatorium Les Cerisiers werden zwei Krankenschwestern ermordet, angeblich erdrosselt von ihren Patienten. Auf den
ersten Blick erscheinen diese durchaus harmlos: Der eine hält sich für Albert Einstein, der andere für Sir Isaac Newton und dem dritten – Johann Wilhelm Möbius
– erscheint der König Salomon. Doch unter den Augen des in dem Fall ermittelnden Inspektors Voß offenbart sich immer deutlicher, dass hier nichts so ist, wie es
scheint. Möbius ist z.B. nicht etwa ein ‚Irrer‘, sondern ein brillanter Physiker, der die `Weltformel’ entdeckt hat. Weil aber deren Anwendung katastrophale Folgen für die
Menschheit haben würde, versteckt er sich im Irrenhaus, in der Hoffnung, sein Wissen vor der Welt zu verheimlichen. Dafür hat er sich sogar in Kauf, seine Frau
und Kinder zu verlieren. Doch wie lange kann einmal Gedachtes tatsächlich verborgen bleiben? Als Möbius‘ Pflegerin aus Liebe zu ihm seine Entlassung
bewirken will, sieht er sich zum Äußersten getrieben, um die Verbreitung seiner Thesen zu verhindern. Doch Mathilde von Zahnd, die Besitzerin und Chefärztin des
Irrenhauses, hat bereits ihre eigenen Pläne! Das Irrenhaus entpuppt sich als Falle, und so treibt das Geschehen, allen Bemühungen Möbius‘ zum Trotz, unaufhaltsam
auf die »schlimmstmögliche Wendung« zu.

Dürrenmatt schrieb das von ihm selbst als »Komödie« betitelte Stück im Jahr 1961, als die Nukleartechnik noch jung war und der Kalte Krieg auf einen gefährlichen Höhepunkt zusteuerte. Zum ersten Mal entstand zu dieser Zeit ein Bewusstsein dafür, dass von nun an das Ende der Welt in der Hand des Menschen liegen könnte, sei es als mögliche Folge einer aktiven Handlung oder als Folge eines Kontrollverlusts über die eigene Technik. So zeichnet Dürrenmatts Schauspiel den Menschen als Wesen voller Mängel, konfrontiert mit einer sich fortwährend technisierenden Welt, die längst zu komplex geworden ist, als dass sie durch uns noch begreifbar wäre. Ein halbes Jahrhundert später ist die Technik noch weiter fortgeschritten, die Welt hat sich rasend schnellverändert – und die düstere Vision Friedrich Dürrenmatts hat nichts von ihrer Aktualität verloren.

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