Peter Hörr Cello, Alexia und Friedemann Eichhorn
Dauer: -
Sonntag, 28.08.2022
11.30 Uhr
Kapelle des Klosters Walsrode

Matinee mit Peter Hörr/Violoncello ,Friedemann Eichhorn/Violine, Alexia Eichhorn/Viola

  • Johann Sebastian Bach Suite für Cello solo Nr. 2 BWV 1008
  • Wolfgang Amadeus Mozart  Duo Nr. 1 G-Dur KV 423 für Violine und Viola

Die sechs Suiten für Violoncello solo (BWV 1007–1012) von Johann Sebastian Bach sind, wie der  berühmte Cellist Pablo Casals meinte, „die Quintessenz von Bachs Schaffen, und Bach selbst ist die Quintessenz aller Musik.“ Entstanden sind sie noch vor Bachs Leipziger Zeit als Thomaskantor. Formal befolgen Bachs Solosuiten für das Violoncello dem Vorbild barocker Tanzsuiten, in der ersten Suite ergänzt um zwei Menuette. Mehr als 60 Jahre später schrieb Wolfgang Amadeus Mozart in Salzburg seine beiden Duos für Violine und Viola, anlässlich seines Besuches bei seinem Vater 1783 , bei dem er ihm seine Ehefrau Constanze vorstellte. Die beiden Gelegenheitsstücke, die Mozart als Freundschaftsdienst für seinen ehemaligen Kollegen, Joseph Haydns jüngeren Bruder Michael. Letzterer war Hoforganist des Erzbischofs und hatte den Auftrag, seinem Fürsten, der auf der Geige dilettierte, sechs Duos auf den Leib zu schreiben. Nur vier wurden fertig. Violine und Bratsche werden von Mozart durchaus gleichwertig, ja virtuos bedacht.

Der Cellist und Dirigent Peter Hörr gilt als einer der interessantesten und vielseitigsten deutschen Musiker seiner Generation. Frühes Interesse für Alte Musik, prägende Studienjahre bei Heinrich Schiff und Christophe Coin an der Musikakademie der Stadt Basel und der Schola Cantorum Basiliensis werden Voraussetzung für eine weltweite Konzerttätigkeit als Solist und gefragter Kammermusiker.  Mit 23 Jahren wurde er Professor für Violoncello und Kammermusik an der Hochschule der Künste, Bern. Seither gibt er auch als gefragter Pädagoge Meisterklassen auf allen Kontinenten und lehrt derzeit als Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik + Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy Leipzig“.

©Josep Molina

Peter Hörr war bis 2011 Intendant des internationalen Musikfestivals „WestfalenClassics“, das er 2005 in Westfalen gründete. Heute ist das Musikfestival Treffpunkt international gefeierter Musiker. Peter Hörr gründete vor 10 Jahren als leidenschaftlicher Kammermusiker das Mozart Piano Quartet. Seither ist das Ensemble auf allen wichtigen Podien und Festivals (Lincoln Center New York, Wigmore Hall London, Opéra Bastille Paris, Suntory Hall Tokyo, Berliner Philharmonie, Tonhalle Zürich) der Welt zuhause und gehört heute zu den gefragtesten Klavierquartetten der internationalen Musikszene.

Seit einigen Jahren tritt Peter Hörr auch vermehrt als Dirigent auf und widmet sich nicht nur Meisterwerken des 18. und 19. Jahrhunderts, sondern setzt sich auch  für eine Vielzahl von Komponisten der klassischen Moderne auf höchstem Niveau, wie z.B. Philipp Jarnach und Walter Braunfels ein. 2011 Dirigierdebüt in den USA (Woodstock Festival Chicago) und in Japan (Kobe). Auf deutschen Podien dirigierte Hörr bereits in wichtigen Musikzentren (Konzerthaus Berlin, Schumann-Saal Düsseldorf und vielen anderen Städten). Zuletzt erschien mit der „Hofkapelle Weimar“ eine mit dem ECHO Klassikpreis ausgezeichnete SACD bei dem Exklusivlabel Dabringhaus & Grimm.

ALEXIA EICHHORN
Honorarprofessorin für Violine, Lehrbeauftragte für Violine am Hochbegabtenzentrum/ Musikgymnasiums Schloss Belvedere

Fach/Instrument: Violine, Orchesterstudien
alexia.eichhorn(at)hfm-weimar.de

Alexia Eichhorn wurde in Bamberg geboren. Nach ihrem Studium an den Musikhochschulen in Mannheim und Saarbrücken bei Valery Gradow und Ulrike Dierick führte sie ihre Ausbildung an der International Menuhin Music Academy in Gstaad bei Alberto Lysy und als Stipendiatin an der Guildhall School in London bei Yfrah Neaman fort. Dort schloss sie mit dem Advanced Certificate ab.

Alexia Eichhorn bekleidete über viele Jahre Konzertmeisterpositionen bei den Stuttgarter Philharmonikern und Hofer Symphonikern, mit denen sie regelmäßig als Solistin auftrat. Sie konzertiert sowohl als Geigerin wie auch als Bratschistin mit zahlreichen Orchestern wie der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, dem Kurpfälzischen Kammerorchester, Orchestra Sinfonica Metropolitana di Bari und dem Orchestre de Bretagne. Als Kammermusikerin ist sie zu Gast auf renommierten Musikfestivals und in Konzertreihen.

Sie spielte viele CD- und Rundfunkaufnahmen ein, darunter insbesondere Werkentdeckungen und Uraufführungen. Im Jahr 2016 wurde ihr der Kulturpreis der Roland-Stiftung Mannheim verliehen. Weitere Auszeichnungen erhielt sie vom Bayerischen Kulturfonds und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst.

Alexia Eichhorn lehrt seit 2004 an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Als Stimmführerin des Ensembles Metamorphosen Berlin tritt sie regelmäßig in der Elbphilharmonie, dem Konzerthaus und der Philharmonie Berlin auf. Sie ist Bratschistin des Gropius Quartetts.

Friedemann Eichhorn, geboren 1971 in Münster, ist der Kronberg Academy seit dem Jahr 2000 eng verbunden. Als Teilnehmer des ersten Festivals „Chamber Music Connects the World“ musizierte er mit Yuri Bashmet, Eugene Istomin, Gidon Kremer und Boris Pergamenschikow. Einen wichtigen Teil seiner Arbeit widmet Friedemann Eichhorn der Entwicklung von Geigentalenten. Im Jahr 2002 wurde er als einer der jüngsten Violin-Professoren Deutschlands an die Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar berufen, 2006 wurde er zum Direktor des Instituts für Streicher und Harfe gewählt. Darüber hinaus ist er Künstlerischer Leiter des Internationalen Louis-Spohr-Wettbewerbs für Junge Geiger in Weimar. Viele Jahre unterrichtete Friedemann Eichhorn an der Sommerakademie des Mozarteums Salzburg. Seit 2012 ist Friedemann Eichhorn Direktor der Kronberg Academy Studiengänge.

Der vielseitige Künstler konzertiert als Solist mit zahlreichen Orchestern im In- und Ausland – so mit dem Rundfunkorchester des SWR, den St. Petersburger Philharmonikern, den Hamburger Symphonikern u.v.a.- spielte unter der Leitung von Yehudi Menuhin, und führte über 40 Violinkonzerte von Bach bis Berg auf. Hochgelobt wurde seine begonnene Gesamteinspielung der Konzerte von Pierre Rode (Naxos), die er für den Konzertsaal wiederentdeckt hat. Als Kammermusiker ist er gefragter Gast auf Festivals. Mit großem Interesse fühlt er sich in verschiedene musikalische Idiome ein, seine Diskographie umfasst auch Tango-CDs oder Aufnahmen von den selten gespielten Werken für Violine und Klavier von Franz Liszt (gemeinsam mit R.-D. Arens, Hänssler classic).

Neben seiner Konzerttätigkeit ist Friedemann Eichhorn als Musikwissenschaftler aktiv. Er promovierte über Gidon Kremer, schreibt Lexikon-Artikel (z.B. für die Neuausgabe der MGG) und veröffentlicht Notenausgaben beim Schott-Verlag und anderen. Von 2001 bis 2007 war er Intendant der Schlossfestspiele Zwingenberg.

Friedemann Eichhorn wuchs in Speyer auf und begann 16jährig sein Violinstudium bei Valery Gradow an der Musikhochschule in Mannheim, parallel legte er ein Fernabitur ab. Seine weitere Ausbildung führte ihn zu Alberto Lysy an die International Menuhin Music Academy in Gstaad und zu Margaret Pardee an die Juilliard School New York. An der Universität Mainz studierte er außerdem Musikwissenschaft, Jura und Buchwesen (Abschluss mit dem Dr. phil.). Er spielt die Jean Baptiste Vuillaume-Violine „Ex Huberman“ von 1854.

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